Industrial

Definition

Industrial Metal zeichnet sich durch die Verwendung von Rhythmusgitarren und repetitiven elektronischen Arrangements aus, was der Musik einen technik-betonten Touch verleiht. Nicht selten werden die Kompositionen mit Samples (insbesondere Film- und Radio-Aufnahmen oder Loops, wie Maschinengeräusche, U-Boot-Alarm oder Polizeisirenen) angereichert, ähnlich dem frühen britischen Industrial mit Künstlern wie Throbbing Gristle, SPK oder Cabaret Voltaire. Der Gesang ist zumeist elektronisch stark verfremdet, häufig kommen ein mit Hall unterlegter Schreigesang, manchmal aber auch Death-Growls zum Einsatz. Schlagzeuger werden gewöhnlich durch Drumcomputer ersetzt.

Industrial Metal ist durch seine starke Rohheit gekennzeichnet. Im Gegensatz zum Nu Metal oder zur Neuen Deutschen Härte wirken die Musikstücke im Allgemeinen ungeschliffener. Dance-, Breakbeat- oder Hip-Hop-Elemente sowie klare melodiöse Gesangslinien sind bis auf wenige Ausnahmen dem Genre prinzipiell fremd. Dennoch wird die Bezeichnung Industrial Metal auch für Künstler der Neuen Deutschen Härte (Rammstein, Megaherz), für Metal mit nur hintergründigen Synthesizer-Klängen (Fear Factory, Static-X), für elektronisch/technoid beeinflussten Crossover (Die Krupps) oder für Industrial Rock im Stile von Nine Inch Nails genutzt, obgleich der Bezug zum klassischen Industrial-Genre fast vollständig fehlt.

Entstehung und Geschichte

Als Begründer des Stils gilt die Band Ministry, die Ende der 1980er Jahre rein elektronisch arrangierte Musik mit harten Rhythmusgitarren kreuzte. Fast zeitgleich entwickelten Godflesh aus England eine experimentelle und schleppende Variante des Industrial Metal, wurden jedoch als Musiker oftmals nicht ernst genommen. 1991 veröffentlichte die Band O.L.D. das Album „Lo Flux Tube“ und hämmerte sich mit ihrer Mixtur aus Metal-Gitarren, Computersounds und einem dem Thrash- und Black Metal nicht unähnlichen Kreisch-Gesang durch die frühen 1990er.

Der große Durchbruch des Industrial Metal gelang jedoch erst mit Ministrys drittem Anlauf „Psalm 69“ von 1992. Dieses Album war wegweisend für viele nachfolgende Projekte aus dem Metal-, Industrial- und EBM-Umfeld. Das Projekt Pouppée Fabrikk aus Schweden verabschiedete sich 1993 von seinen EBM-Wurzeln und fand produktionstechnische Unterstützung bei Tomas Skogsberg, der sich unter anderem für die Alben der Death-Metal-Acts Dismember und Entombed verantwortlich zeichnet. Front Line Assembly folgten 1994 mit „Millennium“, das bis dato härteste Werk des Zweimannprojektes, an dem auch Strapping-Young-Lad-Frontmann Devin Townsend als Gitarrist mitwirkte.

Der unverkennbare Einfluss Rhys Fulbers, zeitweise Mitglied von Front Line Assembly, machte sich Mitte der 1990er zudem bei Fear Factory bemerkbar, deren Album „Demanufacture“ er produzierte.

Einfluss

Industrial Metal verlor ab Ende der 1990er Jahre als Begriff, wie auch als eigenständiger Stil, zunehmend an Bedeutung. Er beeinflusste jedoch weitestgehend Spielarten des Nu Metal oder Industrial Rock. Speziell bei letzt genanntem Stil gab es schon recht früh Überlagerungen, Bands wie KMFDM oder White Zombie, schöpften stilistisch aus beiden Richtungen und wurden damit international erfolgreich.

Bands

- Rammstein
- Megaherz
- Static-X
- Fear Factory
- Ministry

Weiterführende Links

Industrial Metal Definition von Metalchannel.net
Rammstein-Homepage